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Die Wunderfrage: eine Coaching-Übung für deinen Prüfungstag

Eine der schönsten Übungen aus dem lösungsorientierten Coaching – Schritt für Schritt erklärt und auch allein anwendbar. Wie die Wunderfrage den Blick von der Angst auf die Lösung lenkt.

Manchmal drehen sich unsere Gedanken nur noch um das Problem: Was, wenn ich versage? Was, wenn ich einen Blackout habe? Je länger wir so denken, desto größer wird die Angst. Die Wunderfrage ist eine Übung, die diesen Kreis durchbricht – sanft, aber wirkungsvoll. Sie stammt aus dem lösungsorientierten Coaching, und du kannst sie auch allein nutzen.

Was die Wunderfrage ist

Die Wunderfrage wurde in der lösungsorientierten Kurzzeitberatung entwickelt. Ihre Idee ist einfach und doch tiefgründig: Statt das Problem immer weiter zu analysieren, lenkt sie den Blick auf die gewünschte Lösung – auf den Zustand, den du dir wünschst.

Das ist mehr als Zuversicht. Wer beschreiben kann, wie sich „gelöst“ konkret anfühlt, findet oft fast nebenbei heraus, welcher erste Schritt dorthin führt.

Die Frage selbst

Setz dich an einen ruhigen Ort, schließ wenn du magst die Augen, und stell dir folgende Frage:

Stell dir vor, über Nacht geschieht ein Wunder. Deine Prüfungsangst ist plötzlich verschwunden. Aber du schläfst und merkst es zunächst nicht. Woran würdest du am nächsten Morgen als Erstes bemerken, dass das Wunder geschehen ist?

Nimm dir Zeit. Lass die Antworten kommen, ohne sie zu bewerten.

Schritt für Schritt durch die Übung

1. Beschreibe den Morgen nach dem Wunder

Was wäre anders? Wie würdest du aufwachen? Was würdest du denken, fühlen, tun? Würdest du anders frühstücken, anders zur Schule oder Uni gehen, anders mit dem Prüfungsblatt umgehen? Je konkreter, desto besser. Vielleicht: „Ich würde ruhig atmen und mir denken: Ich probiere es einfach.“

2. Suche nach kleinen Ausnahmen

Jetzt kommt der entscheidende Schritt. Frag dich: „Gab es schon einmal einen Moment, der diesem Wunder ein kleines bisschen ähnlich war?“ Vielleicht eine Prüfung, die besser lief. Ein Tag, an dem die Angst leiser war. Diese Ausnahmen zeigen: Der gewünschte Zustand ist nicht unmöglich – er war schon einmal da, zumindest in Ansätzen.

3. Finde den einen kleinen Schritt

Du musst nicht das ganze Wunder auf einmal herstellen. Frag dich: „Was ist eine winzige Sache, die ich morgen tun könnte, damit es ein kleines bisschen mehr wie nach dem Wunder ist?“ Das kann etwas ganz Kleines sein – einmal bewusst durchatmen, früher schlafen gehen, dir deinen Anker-Satz vorsagen.

Warum diese Übung wirkt

Angst lebt von der Frage „Was, wenn alles schiefgeht?“. Die Wunderfrage dreht den Blick um: „Was, wenn es gut wird – und wie sieht das genau aus?“ Allein dieser Perspektivwechsel beruhigt das Nervensystem und gibt dir das Gefühl, wieder handlungsfähig zu sein.

Außerdem macht sie etwas Wichtiges sichtbar: Die Lösung steckt schon in dir. Du beschreibst ja deinen eigenen Wunsch-Zustand – niemand gibt ihn dir von außen vor. Genau das ist die Grundhaltung im systemischen Coaching: Ich gebe keine fertigen Antworten, sondern stelle Fragen, die dir helfen, deine eigenen zu finden.

In Kombination mit anderen Übungen

Die Wunderfrage wirkt am besten in Ruhe, einige Tage vor der Prüfung. Im akuten Moment helfen dir eher die schnellen Werkzeuge – die 4-6-Atmung oder die 5-4-3-2-1-Methode. Zusammen ergeben sie ein kleines Repertoire: eines für die Vorbereitung, eines für den Ernstfall.

Wenn du tiefer einsteigen möchtest, begleite ich dich gern. In einem kostenlosen Erstgespräch lernen wir uns unverbindlich kennen.


Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung.

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